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Das Verhältnis von katholischer Kirche und Nationalsozialismus bleibt ein Reizthema. Trotz intensiver Forschungen sind viele Fragen noch ungeklärt. Für ihre Beantwortung legen Detailuntersuchungen wie die
vorliegende weitere wichtige Fundamentsteine.
Simone Höller befasst sich mit einer Einrichtung, die in ihrer ideologischen Intention, ihren rassischen und internationalen Implikationen konträr in allem zum NS-Regime stand und es dennoch überlebte.
Die Autorin hat aus weit verstreutem Archivmaterial Erstaunliches zutage gefördert.
Das PWG, bald abgeschnitten von Rom und seinen Verbindungen in alle Welt, überstand Devisengesetzgebung und Devisenprozesse, Aberkennung der Gemeinnützigkeit und andere vielfältige Einschränkungen. Seine
Zeitschriften wurden verboten, Mitglieder- und Spendenwerbung auf den Kirchenraum beschränkt. Eine MissionsVerwaltungsgesellschaft (MVG), geleitet vom späteren CDU-Minister Dr. Heinrich Krone,
machte gelegentliche Geldtransfers in Missionsgebiete möglich. Ihr Meisterstück im Kompetenzgerangel von NS-Instanzen machten PWG und MVG mit der so genannten »Lazaretthilfe«. Gedeckt und gefördert durch
das Wehrmachtssanitätswesen, richteten sie Klöster als Lazarette ein, parkten somit Spendengelder und retteten Ordensbesitz vor der Enteignung. Die Dokumentation über den Streit zwischen Wehrmacht und
NS-Kadern um die Missionsschule St. Xaver der Steyler Missionare in Bad Driburg ist ein Fund von besonderer Delikatesse.
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