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Das Stichwort »Arbeitsdienst« weckt häufig die Bildassoziation von den uniformierten Männern, die mit geschulterten blitzblanken Spaten in Massen auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände
aufmarschierten. Der Reichsarbeitsdienst, seit 1933 vorbereitet und 1935 eingeführt, hatte aber einen Vorläufer, dessen gesetzliche Grundlage 1931 von der Regierung Brüning geschaffen
worden war. An diesem Freiwilligendienst zur Linderung der Jugendarbeitslosigkeit beteiligte sich neben dem Katholischen Jungmännerverband, dem Katholischen Gesellenverein und der Werkjugend, dem
Zentralverband der katholischen Jungfrauenvereinigungen und dem Jugendbund des Katholischen Deutschen Frauenbundes das katholische Reichswerk als einer der großen Träger von sozialpolitisch-pädagogischen
Maßnahmen.
Der Autor nutzt die Chance, daß die Forschung die katholischen Aktivitäten des Freiwilligen Arbeitsdienstes bisher kaum beachtet hat, zu einer überzeugenden Gesamtdarstellung. Er zeigt, daß sich die
grundsätzlichen Überlegungen und die Motivstruktur der beteiligten Verbände von den ökonomischen, wehrpolitischen und völkisch-nationalen Zielsetzungen des späteren Reichsarbeitsdienstes deutlich
abhoben. Bei den neu entwickelten gesellschaftspolitischen Konzepten ging es immer um den Einsatz für Arbeitslose durch persönliche Zuwendung, durch Bildungsveranstaltungen und im Erfolgsfall durch
Arbeitsvermittlung. Ein vom Freiwilligen Arbeitsdienst neu belebtes christliches Arbeitsverständnis sollte als wichtiger Baustein zum Aufbau einer christlich fundierten Wirtschafts- und
Gesellschaftsordnung und zu einer religiösen Erneuerung der Gesellschaft beitragen.
Auf breiter Quellengrundlage beschreibt der Autor zunächst die Motivstruktur der beteiligten Verbände und dokumentiert im Detail die rechtlichen Bestimmungen. Danach steht die nur kurze Praxisphase des
Freiwilligen Arbeitsdienstes bis zu seinem Ende 1933 im Mittelpunkt.
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