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Das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich vom 20. Juli 1933 bildete den Auftakt zum spannungsgeladenen Verhältnis zwischen römisch-katholischer Kirche und NS-Regime.
Seit seiner Entstehung war dieser Vertrag bei Zeitgenossen wie Historikern umstritten.
75 Jahre nach Unterzeichnung des Reichskonkordats haben sich die erhitzten Debatten beruhigt und sind einer angemessenen, quellengestützten Beurteilung gewichen. Die vollständige Freigabe der
vatikanischen Akten in den Jahren 2003 und 2006 sowie die Öffnung weiterer Kirchenarchive in Rom und München haben populäre Hypothesen nicht bestätigt: weder erkannte der Papst mit dem Konkordat das
Hitler-Regime an noch opferte er dafür die Zentrumspartei. Vielmehr muß das Reichskonkordat als Versuch gewertet werden, der bedrängten Kirche in Deutschland eine letzte Rechtsbasis zu sichern.
Der Band führt in den aktuellen Forschungsstand ein, stellt die neu zugänglichen Quellen vor und bewertet Kontroversen der Vergangenheit (u. a. die Auseinandersetzung Scholder / Repgen von
1977–1979) im Lichte des heutigen Kenntnisstandes.
Die erstmalige Publikation der Aufzeichnungen des Ministerialdirektors Rudolf Buttmann über seine Verhandlungen mit Kardinalstaatssekretär Pacelli zur Ausführung des Reichskonkordats zwischen 1933
und 1935 erschließt zusätzlich einen weiteren wichtigen Dokumentenbestand zur Wirkungsgeschichte des Vertrags und zeigt die Hinhaltetaktik der NS-Machthaber auf: während sie offiziell verhandelten,
trieben sie den Kampf gegen die Kirche mit immer schärferen Mitteln voran.
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