|
Die Geschichte der ostdeutschen Katholiken in den ersten Nachkriegsjahren ist bisher größtenteils noch ungeschrieben. Der Autor der hier vorgelegten Pionierstudie hat in umfassenden Archivrecherchen
weithin unerforschtes Neuland betreten und dabei eine Fülle von staatlichen, parteiamtlichen und kirchlichen Quellen erschlossen. In seiner Untersuchung zur Kirchenpolitik und Gesellschaftsgeschichte der
SBZ und frühen DDR analysiert er in Weiterführung eines in der Schweiz und in den Niederlanden entwickelten religionsgeschichtlichen Ansatzes wesentliche Bereiche einer katholischen Subgesellschaft, die
sich im entstehenden sozialistischen Staat bildete.
Nach einer Beschreibung der kirchlichen Strukturen, die sich unter dem maßgeblichen Einfluß des Berliner Kardinals von Preysing formten, wendet sich der Autor zunächst der politischen Außenvertretung,
dann den verschiedenen Sozialisationsbereichen (religiöse Erziehung, Kindergarten, Schule) und der Ausbildung der Funktionseliten zu. Außerdem werden die lebensweltliche Hilfe in Gestalt der Caritas und
die katholische Presse-, Hörfunk-, und Verlagspolitik jener Jahre eingehend analysiert. Es entsteht so das detaillierte Bild eines Katholizismus, der sich unter gänzlich neuen historischen und
politischen Bedingungen zu entwickeln und zu behaupten hatte. Zahlreiche bisher meist unveröffentlichte Photographien ergänzen die Darstellung.
|