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In den 1950er Jahren erlebte die westdeutsche Gesellschaft eine Renaissance bürgerlicher Familienideale. Im Rückblick wird das Wiedererstarken christlich-bürgerlicher Leitbilder nicht selten in
Zusammenhang mit einem gestiegenen Einfluß der katholischen Kirche auf Politik und Gesellschaft der Ära Adenauer gebracht. Die gegenseitigen Einwirkungen von Politik, Gesellschaft und Kirche auf
Leitbild und Wirklichkeit des Familienlebens waren jedoch komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.
Diese spannend geschriebene Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen ideellem Ehe- und Familienbild, gesellschaftlichen Realitäten und politischen Forderungen innerhalb des deutschen Katholizismus
mit den Instrumenten einer interdisziplinär arbeitenden Sozial- und Mentalitätsgeschichte. Sie hellt die gesellschaftlichen Hintergründe des Durchbruchs eines neuen Ehe- und Familienbildes im
Zweiten Vatikanischen Konzil auf und zeigt, wie die Reichweite kirchlicher Ideale trotz der Blüte von Familienseelsorge und Familienarbeit bereits in den 50er Jahren zurückging. Die politischen
Auseinandersetzungen um den Familienlastenausgleich und die Familienrechtsreform verdeutlichen, daß dem Einfluß der katholischen Kirche auf die damalige Politik klare Grenzen gesetzt waren.
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