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Die von der Geheimen Staatspolizei »Kreisauer Kreis« genannte Widerstandsgruppe führte Männer ebenso unterschiedlicher sozialer Herkunft wie politischer und religiöser Überzeugungen zusammen, um eine
gemeinsame Grundlage für ein Deutschland zu erarbeiten, das die nationalsozialistische Diktatur ablösen sollte.
Wesentlichen Anteil an den Arbeiten dieses Kreises hatte der Jesuit Alfred Delp, dessen Konzeptionen für den Neuaufbau von Staat und Gesellschaft nach dem Sturz Hitlers den Gegenstand der hier vorgelegten
Untersuchung bilden.
Delps Gedanken zur staatlichen, sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung Deutschlands erweisen sich in den hier dargelegten Analysen als Konsequenzen seiner zeitkritischen, anthropologischen und
geschichtsphilosophischen Einsichten und insbesondere in den Fragen der Sozialordnung und des Naturrechts als von der kirchlichen Lehrtradition bestimmt. Trotz solcher eindeutig geprägter Positionen
gewann Delp erheblichen Einfluß auf die gemeinsamen Entwürfe des Kreisauer Kreises. Es gelang ihm, genuin katholische Auffassungen wie den Solidarismus oder das Naturrecht evangelischen wie
sozialistischen Mitgliedern des Widerstandskreises zu vermitteln, so daß sie zur Grundlage ihrer gemeinsamen Neuordnungspläne werden konnten.
Historisch bedeutsamer als der Nachweis seiner Wirkung im pluralistischen Dialog von Kreisau ist jedoch die Tatsache, daß Delp für seine Überzeugungen in den Tod ging. Sein Denken und das Zeugnis seines
Lebens finden im Martyrium von Plötzensee ihre definitive Beglaubigung.
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