|
Der deutsche Katholizismus war seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in besonderer Weise durch sein Vereinswesen geprägt. Einen wesentlichen Teil dieses Verbandskatholizismus bildete der Katholische
Gesellenverein. Die vorliegende Studie widmet sich dem Gesellenverein in der Diözese Rottenburg von 1852–1945.
Dargestellt werden Entstehung, Organisationsstruktur und Entwicklung des Vereins sowie insbesondere seine öffentliche Praxis in Gesellschaft und Kirche. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Zeit des
Nationalsozialismus. Die Geschichte des Vereins wird eingeordnet in die kirchlichen und politischen Entwicklungen der jeweiligen Zeit. Dabei kommen Leistung und Grenzen dieses an der Schnittstelle von
Kirche und Gesellschaft stehenden Vereins deutlich zum Vorschein.
Der lange Betrachtungszeitraum der Studie erlaubt es, den Verein nicht nur aspekthaft darzustellen, sondern längere Entwicklungslinien aufzuzeigen. So wird eine Institution erkennbar, die den
württembergischen Katholizismus sowohl an der Basis als auch auf Landesebene in starkem Maße geprägt hat. Die Studie bietet Einblick in die Geschichte des sozialen Katholizismus in der Diözese Rottenburg
und liefert mannigfache Ergebnisse zum Thema »Soziale Frage und Kirche«.
|