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Das Verhalten der Kirchen im »Dritten Reich« ist seit mehr als drei Jahrzehnten Gegenstand intensiver zeitgeschichtlicher Forschungen. Dabei blieb die zeitgenössische Wahrnehmung von Kirchen und
Kirchenpolitik unter Hitlers Regime in ausländischen Medien jedoch weitgehend unbeachtet. Am Beispiel der beiden Tageszeitungen »Times« und »Manchester Guardian« beleuchtet die vorliegende
Untersuchung erstmals, welch überraschend hohen Stellenwert der katholische Kirchenkampf in der britischen Deutschlandberichterstattung hatte. Korrespondenten wie Kommentatoren beider Blätter sahen in
den christlichen Kirchen bedeutende Träger des Widerstandes gegen das herrschende Regime und seine Ideologie und gewichteten die Kirchenpolitik als ein wesentliches innenpolitisches Konfliktfeld.
Eine ungewöhnlich dichte Überlieferung britischer und deutscher Archivalien ermöglicht es, das Verhältnis von »Times« und »Manchester Guardian« zum nationalsozialistischen Deutschland quellennah und
detailgenau nachzuzeichnen. Die Arbeit analysiert eingehend die Entstehungsbedingungen der Zeitungsquellen und rekonstruiert die für die publizistische Darstellung maßgeblichen Deutungsmuster. Vor allem
aber gelingt es durch eine Kombination von Presse- und Aktenauswertung, die noch kaum erforschten Auswirkungen der nationalsozialistischen Nachrichtenpolitik auf die Inhalte der ausländischen
Deutschlandberichterstattung exemplarisch aufzuhellen. Die Studie wirft damit ein neues Licht auf so zentrale Fragenkomplexe wie die Bedeutung der Medienlenkungs- und Nachrichtenpolitik für den
Kirchenkampf, die publizistische und geistige Auseinandersetzung des freien Auslandes mit Hitlers Regime oder die Entwicklung der britisch-deutschen Pressebeziehungen im Spannungsfeld von
nationalsozialistischer Einflußnahme und “Appeasement«.
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