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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg der katholische Bevölkerungsanteil Berlins deutlich an; dennoch gelang es der Kirche bis zum Endes des Kaiserreiches nicht, die Errichtung eines
eigenen Bistums durchzusetzen. Konfessionelle Ressentiments und mangelndes katholisches Selbstbewußtsein verstärkten sich wechselseitig und ließen verschiedene Anläufe scheitern. Seit der
Jahrhundertwende kam es dann im Zusammenhang mit dem starken Zuzug nach Berlin zu zahlreichen Neugründungen von Pfarrgemeinden. Die moderne Großstadtseelsorge der zwanziger und beginnenden dreißiger
Jahre verhalf dem Berliner Katholizismus zu einer Blütezeit. Herausragende Persönlichkeiten wie Carl Sonnenschein, Romano Guardini oder Erich Klausener ünernahmen gesellschaftliche Verantwortung und
gewannen im öffentlichen Leben der Hauptstadt ein beachtliches Profil. Schließlich wurde im preußischen Konkordat vom 14. Juni 1929 für den bis dahin dem Bischof von Breslau mitunterstehenden Bezirk
Berlin ein selbständiges Bistum vereinbart und im Jahre 1930 auch errichtet.
Der Autor rekonstruiert diesen spannenden Abschnitt der Berliner Stadtgeschichte aus einer beeindruckenden Fülle von Quellen, die er in Bundes- und Staatsarchiven, im evangelischen Zentralarchiv und
erstmals in vatikanischen Archiven erschlossen hat, und schildert durch die Nachzeichnung der Konkordatsverhandlungen gleichzeitig ein vernachlässigtes Kapitel der Geschichte der Weimarer Republik. Der
Spannungsbogen dieser Arbeit reicht von der Reformation in Brandenburg und Pommern bis zum Jahr 1933. Die Anmerkungen enthalten Kurzbiographien sämtlicher genannter Personen mit den jeweils jüngsten
Literaturhinweisen und ersetzen allein dadurch bereits eine ganze Reihe älterer Darstellungen.
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