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Es gab wohl kaum ein Gebiet des öffentlichen Lebens im Deutschland der Zwischenkriegszeit, dem nicht die Aufmerksamkeit des von den Nationalsozialisten zum Staatsfeind Nummer eins deklarierten Jesuiten
Friedrich Muckermann (1883–1946) gegolten hatte. Hierzu zählen sein Kampf gegen den Bolschewismus, seine Überlegungen zur Problematik der sozialen Frage, seine Gedanken zur Reichsidee und seine
Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Ein Hauptaugenmerk seiner Überlegungen galt dabei auch dem Problemfeld, wie das Christentum den Herausforderungen der modernen Welt begegnen sollte. Daß
der deutsche Katholizismus hier in Teilbereichen »versagt« hatte, war nach seinem Dafürhalten mit ein Grund für die gesellschaftspolitische Fehlentwicklung der Weimarer Republik. Auch wenn sich
Muckermann 1933 kurzfristig über die wahren Absichten Hitlers täuschen ließ, gehörte er doch zu denen, die den totalitären Charakter des Nationalsozialismus als erste durchschauten und dessen Regime
kompromißlos den Kampf ansagten. Dennoch stieß er auch im eigenen Lager nicht immer auf ungeteilte Zustimmung. Gerade weil Muckermann zeit seines Lebens umstritten blieb, zeigt er aber auch nicht das
»juste milieu« des deutschen Katholizismus. Gleichwohl wies er mit seinem Wirken auf die Möglichkeiten hin, die im deutschen Katholizismus enthalten waren.
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