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Im August 1939 Verhaftete die Geheime Staatspolizei im Raum München und Oberbayern über 150 Personen und zerschlug damit einen Widerstandskreis spezifischer bayerischer Prägung. Das
noch 1939 eingeleitete Strafverfahren wegen Vorbereitung zum Hochverrat verzögerte sich nicht zuletzt durch die persönliche Intervention Adolf Hitlers und endete 1944 mit der Urteilsverkündung
des Volksgerichtshofs. Die beiden führenden Männer des Kreises, Adolf Freiherr von Harnier und Josef Zott, bezahlten mit ihrem Leben. Zott wurde im Januar 1945 im Zuchthaus Brandenburg
hingerichtet, von Harnier starb nach fast sechsjähriger Haft im Mai 1945 an Hungertyphus im Zuchthaus Straubing.
Indem sie erstmals umfangreiche Quellenüberlieferungen erschließt, rückt die Verfasserin die Geschichte eines bedeutenden, doch bisher wenig bekannten Widerstandskreises ins Licht. Die Auswertung der
einschlägigen Personenakten, Vernehmungsprotokolle und Überwachungsberichte der Münchner Gestapo eröffnet zugleich aufschlußreiche Einblicke in die Sicht- und Arbeitsweise des NS-Verfolgungsapparats.
Die Studie ist mit der eindrucksvollen Biographie der zentralen Führungsgestalt des Kreises verbunden, des Münchner Rechtsanwalts Adolf von Harnier. Dessen persönliche Papiere, Briefe und Akten
vermitteln das facettenreiche Bild eines couragierten Christen, der seit 1933 Konflikte mit prominenten NS-Repräsentanten riskierte und ab 1938 die Verteidigung bedrängter jüdischer Mandanten
übernahm.
Die quellennahe Darstellung des Verfahrens vor dem Volksgerichtshof in der »Strafsache gegen Harnier u. a.« bietet eine bedeutende Fallstudie zur Verfolgungs- und Justizgeschichte des
»Dritten Reiches«. Mit erfahrungsgeschichtlichen Aspekten verknüpft, bezieht die Studie in eindringlicher Weise psychische und physische Auswirkungen der langjährigen Haftsituation in die
Untersuchung ein.
Ein in mehr als einer Hinsicht grundlegendes Werk, das auf dem Forschungsfeld des Widerstands gegen den Nationalsozialismus spezifische Akzente setzt!
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