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In der Pfalz zeigten sich konfessionelle Unterschiede im Verhalten von Pfarrern gegenüber der NSDAP schon in der Weimarer Republik. Während katholische Geistliche den Nationalsozialismus vor allem aus
weltanschaulichen Gründen bekämpften, setzte ein Teil der protestantischen Pfarrer große Hoffnungen in die »nationale Bewegung«, von der man sich nicht zuletzt die Brechung der Macht des politischen
Katholizismus versprach. Die unterschiedliche Ausgangssituation der beiden großen Kirchen hatte vor allem in den Anfangsjahren des »Dritten Reiches« deutliche Auswirkungen: Die protestantische
Landeskirche demonstrierte Übereinstimmung mit den neuen Machthabern; an ihre Spitze trat 1934 mit Landesbischof Ludwig Diehl ein »Alter Kämpfer« der NSDAP. Dagegen kam es im katholischen
Bereich, vor allem auf Gemeindeebene, zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Pfarrern und nationalsozialistischen Parteifunktionären. Schon im Sommer 1933 wurden zahlreiche Geistliche verhaftet
oder mußten ihre Pfarreien verlassen.
Die Arbeit belegt, daß konfessionelle Vorbehalte auch in der Folgezeit, als anfängliche Illusionen über das »Dritte Reich« verflogen waren, eine Zusammenarbeit von evangelischen und katholischen
Pfarrern in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus verhinderten. Auch innerhalb der beiden Kirchen bestanden erhebliche Meinungsunterschiede über ein angemessenes Verhalten gegenüber der
NSDAP: So wünschte ein Teil des katholischen Klerus ein wesentlich entschiedeneres Auftreten, als es der Bischof von Speyer für richtig hielt. Und im protestantischen Bereich reichte selbst bei den über
100 Theologen, die in die NSDAP eintraten, die Verhaltensbreite vom politischen Aktivisten bis zum kompromißlosen Vertreter der Bekennenden Kirche.
Das Werk beeindruckt durch die Dichte seiner Quellen und deren intensive Erschließung. Es liefert einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des wechselseitigen Verhältnisses zwischen den christlichen
Konfessionen und dem Nationalsozialismus.
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