|
War die katholische Presse unter nationalsozialistischer Herrschaft ein »aktives Instrument des Goebbelschen Propagandaministeriums«, wie der amerikanische Soziologe Gordon C. Zahn vor Jahren
behauptete? Die vorliegende Studie widmet sich dieser Frage im Hinblick auf die Wochenpresse der Diözesen Mainz, Fulda und Limburg.
Neben den Bistumsblättern (Martinusblatt, Bonifatiusbote, St. Georgsblatt) werden dabei mit dem Mainzer Katholik und der Frankfurter Katholischen Kirchenzeitung auch Zeitschriften von überregionaler
Bedeutung erfaßt. Da die Untersuchung die Endphase der Weimarer Republik einbezieht, treten die durch die NS-»Machtergreifung« erzeugten Brüche ebenso hervor wie Kontinuitäten, welche diese Zäsur
überdauerten. Für den Zeitraum der NS-Herrschaft werden verschiedene Formen der Camouflage, des »Schreibens zwischen den Zeilen«, aber auch entgegenkommendes Verhalten nachgewiesen und,
u. a. durch Auswertung kirchlichen wie staatlichen Aktenmaterials, in den Kontext des Verhältnisses von katholischer Kirche und »Drittem Reich« eingeordnet.
|