|
Das Buch untersucht die vielfältigen Organisationen der christlichen Arbeiterbewegung in Bayern in der Zeit der Weimarer Republik. Katholische Arbeiter- und Arbeiterinnenvereine, Dienstmädchen-,
Dienstboten- und Gasthausangestelltenvereine, Evangelische Arbeiter- und Arbeiterinnenvereine sowie Christliche Gewerkschaften werden in ihrer Organisationsstruktur, ihrer Ideologie und ihrem
öffentlichen Handeln eingehend dargestellt. Als Leitfrage der Untersuchung gilt: Inwieweit wurden die christlichen Arbeitervereine und -verbände unter den besonderen politischen, sozialen und kulturellen
Gegebenheiten der Weimarer Republik ihrem Anspruch und ihrem Selbstverständnis als Arbeiterbewegung gerecht, die sich die Besserung der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lage sowie die
kulturelle Hebung der Arbeiterschaft zur Aufgabe gesetzt hat? Die Untersuchung belegt, daß die nationalsozialistische Machtergreifung mit den Arbeitervereinen ein Organisationsnetz zerstörte, das in
seiner Verbindung von Interessenwahrung der Arbeiter, religiöser und kultureller Bildung seiner Mitglieder und Treue zur Weimarer Verfassung nicht nur eine Lebenshilfe für die christlichen Arbeiter
bildete, sondern auch ein positives Element des damaligen staatlichen und gesellschaftlichen Lebens. Es wird zu Recht durch diese umfassende Darstellung dem Vergessen entrissen.
|