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Der Laienkatholizismus in der Bundesrepublik Deutschland als eigenständige Kraft in Kirche und Gesellschaft, zwischen Kirche und Gesellschaft? Diese Frage steht im Mittelpunkt der vorliegenden
Untersuchung zur Geschichte und zum Selbstverständnis des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.
Auf einen chronologischen Längsschnitt durch die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des ZdK von seinen Anfängen nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1970 folgt eine systematische Analyse seiner
Aktionen und Reaktionen hinsichtlich der von ihm selbst als wesentlich erachteten politischen Themen. Dies legt eine Innenansicht des Spitzengremiums des deutschen Laienkatholizismus frei, die zugleich
einen wesentlichen Einblick in die Verfaßtheit des Laienapostolats selbst gewährt, in seine unterschiedlichen Ansätze und divergierenden Strömungen, seine Kräfteverhältnisse und Abhängigkeiten. Das
Ringen konkurrierender Struktur- und Organisationsmodelle in den frühen fünfziger Jahren, eine unter dem Drängen der kirchlichen Hierarchie entstehende Zentralisierung und Monopolisierung und schließlich
die mit der konziliaren Horizonterweiterung einhergehende Pluralisierung des deutschen Laienkatholizismus sind als deutlich unterscheidbare Phasen beschrieben und bewertet.
Anhand ausgewählter Schwerpunktthernen wird der Versuch unternommen, das Laiengremium im Kontext bundesrepublikanischer Gesellschaft und Politik zu verorten. Neben dem Wirken und Wollen des ZdK, seiner
Gremien und Fachressorts wird deutlich, wie groß mitunter die Reibungsflächen im oft als monolithisch beschriebenen deutschen Katholizismus sein konnten. Immer wieder begegnet man dabei auch der Frage
nach Nähe und Distanz zu den großen politischen Parteien. Wer bisher glaubte, dieses Verhältnis sei stets und in jedem Fall eindeutig gewesen, wird bei der Lektüre bisweilen überraschende Feststellungen
machen.
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