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Die preußische Innenpolitik nach dem Ersten Weltkrieg hat in jüngster Zeit ein gesteigertes Interesse der Forschung gefunden. Neben biographischen Arbeiten über den bedeutenden sozialdemokratischen
Ministerpräsidenten Otto Braun sind zahlreiche Studien über Entwicklung und Struktur des Beamten- und Verwaltungsapparates sowie zur Wirtschafts- und Innenpolitik bis zum »Preußenschlag« v. Papens
am 20. Juli 1932 erschienen. Dabei hat sich gezeigt, daß die vielberufene Stabilität des »preußischen Systems« nicht zuletzt auf dem dauerhaften Bündnis zwischen SPD und Zentrum beruhte,
während es im Reich seit 1920 nicht mehr zu einer tragfähigen Mehrheitsbildung gekommen ist.
Die vorliegende Arbeit untersucht erstmals die Politik der Zentrumsfraktion im preußischen Landtag zwischen 1919 und 1933 im Zusammenhang der preußischen und deutschen Innenpolitik. Dabei werden
die kulturpolitischen Erfolge (Sicherung der Bekenntnisschule und der konfessionellen Lehrerbildung, die Pfarrerbesoldungsgesetze und das Konkordat von 1929) ebenso herausgearbeitet wie die
Ergebnisse der Paritätsforderungen des Zentrums zugunsten der Katholiken in der Verwaltung und im Schulbereich. Sie erweisen sich als entscheidende innerparteiliche Argumente der preußischen
Zentrumsführung unter Felix Porsch und Joseph Heß zugunsten einer Koalition mit der Sozialdemokratie, die erst nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten am 24. April 1932 ihre parlamentarische Basis
verlor. Dargestellt werden auch die umstrittenen Kontakte zwischen Zentrum und NSDAP über eine neue Regierungsbildung nach der Gleichschaltung Preußens im Juli 1932.
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