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Alfred Rosenberg (1893–1946) trug den Titel »Der Beauftragte des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP«. Sein »Mythus
des 20. Jahrhunderts« (1930) läßt nach der Stellung seines Verfassers, den Umständen des Erscheinens und der Verbreitung ein Höchstmaß an Identität mit den Vorstellungen Hitlers und dem
politischen Willen der NS-Bewegung vermuten. Es ist ein Dokument unversöhnlicher Feindschaft gegenüber dem Christentum in all seinen Erscheinungsformen.
Der erste Teil der vorliegenden Arbeit hat die spezielle Rolle Rosenbergs für die Ausbildung und Durchsetzung weltanschaulicher Ansprüche des Nationalsozialismus zum Gegenstand. Der
Weltanschauungskonflikt zwischen Kirchen und Rosenberg, der je nach Konfession mit verschiedenen Argumenten und Schlußfolgerungen ausgetragen wurde, bildet den zweiten Teil der Arbeit.
Die Auseinandersetzung der Kirchen mit Rosenberg hat ihren besonderen Charakter darin, daß diese zu einer Zeit, als bereits überall die öffentliche Debatte verstummt war, auch weiterhin in Wort und
Schrift über den engeren kirchlichen Rahmen hinaus die weltanschaulichen Grundlagen des Hitler-Regimes in Frage stellte.
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