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In der vorliegenden Arbeit wird zum ersten Mal das Lebenswerk von Joseph Joos (1878–1965) unter Auswertung der heute zugänglichen Quellen gewürdigt. Dabei steht nicht das Biographische allein im
Mittelpunkt der Untersuchung. Am Fall Joos läßt sich das Zusammenwirken von Verbandskatholizismus, katholischer Presse und politischem Katholizismus beispielhaft aufzeigen. Die Haltung der katholischen
Arbeitervereine unter der Führung von Joos im ausgehenden Kaiserreich und in der Weimarer Republik ist weitgehend unbekannt; Joos’ Verdienste sind – bedingt durch den Bruch des
Jahres 1933 und durch seine Distanz zur Parteipolitik nach 1945 – auch im katholischen Volksteil in Vergessenheit geraten.
Joos’ politisches Hauptverdienst liegt darin, einen großen Teil der katholischen Arbeiterschaft in die parlamentarische Republik hineingeführt und mit der Demokratie in der bestehenden Form versöhnt
zu haben. In der Weimarer Zentrumspartei wirkte er an führender Stelle mit, um in der sozial zerklüfteten Partei zu einem politischen Konsens zu kommen. Um die Einheit und Handlungsfähigkeit des
Katholizismus zu erreichen, hat Joos als »Mann der Mitte« nicht selten seine persönlichen Belange dem gemeinsamen Ziel untergeordnet. Dieses Zieles wegen wurde er jahrelang in
Konzentrationslagern des nationalsozialistischen Deutschland inhaftiert.
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