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Der Katholische Lehrerverband des Deutschen Reiches erfaßte mit seinen annähernd 25 000 Mitgliedern den überwiegenden Teil der katholischen Volksschullehrer, vor allem in Preußen. Damit wies er
einen ungewöhnlich hohen Organisationsgrad auf und zählte zu den bildungspolitisch bedeutsamsten katholischen Verbänden. In seiner Geschichte in den Jahren der Staats- und Wirtschaftskrise der
Weimarer Republik bis hin zu deren Auflösung unter dem Hitler-Regime spiegeln sich die innerpolitischen Vorgänge der Jahre 1930–1933.
Die Arbeit untersucht die kulturelle, soziale und ökonomische Stellung des Lehrers in der Krisenzeit mit ihren nachteiligen Folgen für Schule und Lehrerstand. Auf der Grundlage neuen Quellenmaterials wird
der Vorgang der Disziplinierung des Volksschullehrers als Staatsbediensteter im Gleichschaltungsprozeß des Jahres 1933 analysiert und sein Verhalten in der Anfangsphase der sich etablierenden
Diktatur.
Die bis heute kontrovers geführten Diskussionen um die Begegnung von Kirche und Nationalsozialismus werden durch diese Arbeit hinsichtlich der Differenziertheit und Fülle der Belastung konkretisiert. Das
ist unerläßlich zum Verständnis für die bisher schwer erklärbare Wendung in den politischen Vorstellungen einer Berufsgruppe katholischer Staatsbediensteter. Fragestellung und Ergebnisse des Buches
dienen aber auch der pädagogischen Gegenwart in ihrem wachsenden Verlangen nach vergleichen den Analysen auf dem Gebiet der Erziehung und Bildung.
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