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In den beiden letzten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft galt das Ringen der Bischöfe fundamentalen Lebensrechten, vor allem der Bewahrung der »Mischlinge« vor Deportation und »Endlösung« wie
auch dem Recht auf Gebrauch der Muttersprache in der Seelsorge der polnischen Zivilarbeiter. Ihr Einspruch gegen die Entrechtung des Menschen im totalitären Staat gipfelte im Dekalog-Hirtenbrief vom
August 1943.
Anders als für die staatlichen und die kommunalen Institutionen gab es für die Kirche mit der bedingungslosen Kapitulation des NS-Regimes keinen Existenzbruch und darum keine Frage der Stunde Null. Nach
dem Verstummen aller übrigen Organe fiel den Bischöfen zunehmend die Aufgabe zu, als Sprecher des ganzen Volks aufzutreten. Sie bekannten, daß sich viele Deutsche, »auch aus unseren Reihen«, vom
Nationalsozialismus hatten verführen lassen, wandten sich aber auch nachdrücklich gegen Übergriffe der Besatzungstruppen, gegen die These von der Kollektivschuld, gegen eine schematische
Entnazifizierung. Die Lawine der Flüchtlinge und Ostvertriebenen stellte die kirchliche Caritas vor schier unlösbare Probleme.
So führt dieser abschließende Band der Bischofsakten in einer Vielzahl von Dokumenten verschiedenster Provenienz aus den Bedrückungen und Schrecknissen der NS-Zeit mitten hinein in die Nöte der ersten
Nachkriegsmonate.
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