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Das durchgängige Leitmotiv des zweiten Bandes der Faulhaber-Akten bildet die Auseinandersetzung des Münchener Kardinals mit der NS-Diktatur. Popularität, Entschiedenheit und Mut zum Widerspruch machten
Faulhaber zu einem Eckpfeiler der kirchlichen Selbstverteidigung, aber auch zum bevorzugten Ziel nationalsozialistischer Angriffe und Haßausbrüche. Unter Berufung auf Recht und Gesetz hat der Münchener
Erzbischof in dem ständig radikaler geführten Unterdrückungskampf gegen alles Katholische unermüdlich Protest erhoben, gegen die Beseitigung der Bekenntnisschule, die Knebelung der Verkündigungsfreiheit,
die Vertreibung der Ordensleute aus den Klöstern und die Ermordung der Geisteskranken. Über 500 Dokumente, mit wenigen Ausnahmen erstmals veröffentlicht, beleuchten von wechselnden Blickpunkten aus
Faulhabers Führungsrolle in dem unaufhebbaren Konflikt zwischen der katholischen Kirche und dem totalitären Weltanschauungsstaat. Wiederholt stand der Kardinal im Schnittpunkt wichtiger Entscheidungen
und Begegnungen. Davon zeugt sein Bericht über die dreistündige Unterredung mit Hitler im November 1936 auf dem Obersalzberg wie die Notizen nach den Aussprachen mit Pius XI. und
Kardinalstaatssekretär Pacelli im Vorfeld der Enzyklika »Mit brennender Sorge«. Wie der Münchener Kardinal den Frontverlauf im Kirchenkampf sah und wie er darauf reagierte, wird anschaulich aus
ungedruckten Referaten vor der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda, aus Denkschriften, Predigten und Hirtenbriefen, aus Protesteingaben an die Ministerialbehörden in Berlin und München, aus der
Korrespondenz mit den Pius-Päpsten wie den Mitgliedern des deutschen Episkopats. Auf dem Hintergrund des bewegten und schließlich vom Zweiten Weltkrieg erschütterten Jahrzehnts zwischen 1935
und 1945 erschließt die Sammlung eine Fülle hochbedeutsamer Dokumente, die neues Licht werfen auf Faulhabers Bischofswirken in der NS-Zeit und in der ersten Stunde der wiedergewonnenen
Freiheit 1945.
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