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Die polnische Frage, mit der Preußen sich im 19. Jahrhundert und besonders seit der Reichsgründung konfrontiert sah, war von weitreichenden Folgen für die polnisch sprechenden Katholiken der Bistümer
Gnesen-Posen, Kulm und Ermland. Theoretisch ließen sich Polentum und Katholizismus in diesen national gemischten Räumen zwar scheiden – und Bismarck hat seit dem Abbau des Kulturkampfes streng
daraufgedrängt –, aber in der Wirklichkeit des Lebens waren beide Komplexe unentwirrbar verflochten. Der katholische Klerus hat nämlich gegenüber der staatlichen Nationalitätenpolitik und der
von ihr intendierten Assimilierung der preußischen Polen an die Staatsnation das Recht auf kulturelle Selbstbestimmung mit aller Konsequenz vertreten. Dabei wurde er vom Hl. Stuhl unterstützt, der
zwar der nationalpolnischen Bewegung reserviert gegenüberstand, andererseits aber jede Mithilfe bei der Germanisierung ablehnte.
Die hier erstmals veröffentlichten und ausführlich eingeleiteten Dokumente spiegeln dieses Ringen namentlich im Bereich der höheren Personalpolitik, der Kleruserziehung und des schulischen
Religionsunterrichtes. Sie erschließen für die Geschichte des Nationalstaates wie der polnischen Bewegung, für die Nationalitätenpolitik des Hl. Stuhles und die ostdeutsche Kirchengeschichte einen
wertvollen Quellenbestand.
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