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Der vierte Band der Regierungspräsidentenberichte über die kirchliche Lage in Bayern während der Herrschaft des Nationalsozialismus enthält die vertraulichen Berichte der Regierung von Niederbayern und
Oberpfalz für die Jahre 1933–1945. Er stellt die bisher wichtigste Publikation zur Geschichte des Kirchenkampfes in diesem Raume dar. Wie die vorhergehenden Bände dokumentiert auch dieser Band die
Auseinandersetzungen zwischen Staat, Partei und Kirche auf der Ebene der kleinen Partei- und Staatsfunktionäre auf der einen, der katholischen und evangelischen Pfarrer und des Kirchenvolkes auf der
anderen Seite. Damit wird das Verhalten von Bevölkerungsschichten erfaßt, über die sonst kaum historische Quellen dieser Breite und Aussagekraft vorliegen.
Die Berichte belegen über zwölf Jahre hin die fortdauernde Existenz einer religiös fundierten Volksopposition, die nicht bereit war, die fortgesetzten Angriffe von Staat und Partei gegen ihr religiöses
Bekenntnis, gegen dessen Bewahrung, ungehinderte öffentliche Praktizierung und Weitergabe an die nächste Generation stillschweigend hinzunehmen, und die weiterhin nicht willens war, allen Maßnahmen des
Führerstaates mit der geforderten Kritiklosigkeit gegenüberzustehen. Sie zeichnen eine latente Konfliktsituation, deren Bedeutung nicht in einzelnen herausragenden Aktionen lag – aber auch diese
hat es gegeben –, als vielmehr, angesichts der Bedingungen unter totalitärer Herrschaft, in ihrer Existenz überhaupt. Wiederum zeigt sich, daß Nichtanpassung, insbesondere im ideologischen Bereich,
die wichtigste Waffe ist, die der Einzelne in einem totalitären Regime besitzt.
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