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Die 1871 gegründete Zentrumspartei, die Vertretung des politischen Katholizismus in Deutschland, erlebte im Kulturkampf einen unerwarteten Aufstieg und eine innere Festigung. Dennoch konnte der
»Zentrumsturm« unter Führung Windthorsts – dem bedeutendsten deutschen Parlamentarier des 19. Jahrhunderts – seinen Wähleranteil von zunächst mehr als 80 Prozent der
bekenntnistreuen Katholiken nicht halten. Seit der Beilegung des Kulturkampfs Mitte der 1880er Jahre verlief die »Schicksalskurve« dieser Partei kontinuierlich abwärts, bis zum bitteren Ende 1933
hin.
Das über Jahrzehnte hin zwar registrierte, nicht aber in seinen politischen Konsequenzen rezipierte Wahlverhalten der deutschen Katholiken hat 1928 Johannes Schauff (1932/33 Mitglied der
Zentrumsfraktion des Deutschen Reichstags) in einer bahnbrechenden Studie untersucht. Der hier vorgelegte Neudruck, der die Reichstagswahlen von 1871 bis 1924 behandelt, ist ergänzt durch
weitere, teilweise ungedruckte Untersuchungen von Schauff über die Reichstagswahl vom Mai 1928. Damit werden Arbeiten neu bzw. erstmals zugänglich gemacht, mit denen die inzwischen weit verbreitete
historische Wahlsoziologie eingeleitet worden ist.
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