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Im religiösen und kulturellen Leben der Weimarer Republik hat P. Friedrich Muckermann S. J. eine herausragende Rolle gespielt. Selten regte sich etwas im geistigen Deutschland, ohne daß er
dabei war: wegweisend, ratend, warnend. Das galt für Tagungen der Akademiker wie der Arbeiter; er sprach auf Massenkundgebungen und im kleinen Kreis; man sah ihn bei kirchlichen Veranstaltungen, aber
auch bei Literatentreffen und beim Tänzerkongreß. Als Prediger und Redner war er weit über die Grenzen des Reiches hinaus geschätzt. Durch sein geschriebenes Wort in Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und
Korrespondenzen erreichte er Millionen.
Unerbittlich kämpfte Muckermann gegen Links- und Rechtsradikalismus, gegen Bolschewismus und Nationalsozialismus. Das Hitler-Regime betrachtete ihn, wie auf Plakaten zu lesen war, als
»Staatsfeind Nr. 1«. Die Gestapo hetzte ihn durch halb Europa, ohne damit seinen Kampfeswillen im mindesten brechen zu können. Mit der Schilderung seines Lebensweges begann P. Muckermann im
Jahre 1941/42, als ihm in der Verbannung im mittleren Frankreich alle äußere Tätigkeit verwehrt war. Während er noch an der Darstellung seines Kampfes gegen Hitler schrieb, waren deutsche Truppen
bereits in das Vichy-Frankreich eingedrungen. Häscher der Gestapo durchstreiften die Gegend, in der sich Muckermann versteckt hielt. Es gelang ihm, in die Schweiz zu fliehen, wo er 1946 starb.
Seine Lebenserinnerungen bilden eine ungemein fesselnde Lektüre. Sie sind die bisher wichtigste Quelle zur geistigen und religiösen Situation im deutschen Katholizismus der Zwischenkriegszeit und ein
wesentlicher Beitrag zum Verständnis der deutschen Emigration in der Zeit des »Dritten Reiches«.
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