|
In 220 Dokumenten aus kirchlichen, staatlichen und privaten Archiven wird ein bedeutsamer Abschnitt aus der Geschichte des Kampfes des Nationalsozialismus gegen die katholische Kirche Deutschlands und des
Widerstandes des deutschen Episkopats bei der Vertreibung von Bischof Joannes Baptista Sproll aus der Diözese Rottenburg 1938–1945 dargestellt. Anlaß der Verfolgung war die Nichtteilnahme des
Bischofs, und zwar als einzigem der deutschen Bischöfe, an der Volksabstimmung über den Anschluß Osterreichs, mit dem ohnedies der Kirchenkampf in eine neue Phase trat. Ihr Grund lag im entschiedenen und
unentwegten Auftreten Sprolls vor allem bei der Jugend und Männerwelt gegen die nationalsozialistischen Irrlehren und Praktiken. Deshalb trat ihm der Haß und die Bosheit der zur Herrschaft gekommenen
Braunhemden mit allen Mitteln des Terrors, dem Aufgebot verhetzter Massen und der Maschinerie eines durchorganisierten Staats- und Parteiapparats entgegen. Das Schicksal des Volksbischofs, sein Kämpfen
und Leiden, sein Erliegen und Siegen wurde beispielhaft für die Zeit und Generation.
|