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Der Zentrumspolitiker Heinrich Brauns (1868–1939) zählt zu den profiliertesten Persönlichkeiten der Weimarer Republik. Als Reichsarbeitsminister von 1920 bis 1928 bestimmte er weitgehend
den Kurs der staatlichen Sozialpolitik in der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Ersten Weltkrieg. Überdies gewann er durch seine lange Zugehörigkeit zur Reichsregierung starken Einfluß auf die gesamte
Politik.
Aber auch schon vor seiner Tätigkeit als Reichsminister hatte Brauns’ Wort großes Gewicht. Es gab vierzig Jahre hindurch eine sichere Orientierung vor allem in Fragen der Arbeiterbewegung, der
Sozialpolitik und der Stabilisierung des Parteiensystems. Obwohl seine Äußerungen immer streng sachbezogen waren, verschwieg Brauns niemals seinen geistigen Standort. Als katholischer Priester hatte er
früh den Zugang zur katholisch-sozialen Bewegung gefunden, aus deren Ideenwelt er lebte und wirkte.
Die hier vorgelegte Auswahl aus seinen Reden und Schriften der Zeit von 1904 bis 1939 läßt die Grundanliegen der katholisch-sozialen Bewegung und die Grundlinien der katholischen Sozialpolitik
jener Jahre erkennen. Darin spiegeln sich gleichzeitig die Auseinandersetzungen über grundsätzliche Differenzen in der Gewerkschaftsfrage und in den Bestrebungen zur Neugestaltung der Zentrumspartei. Die
Lektüre der Texte von Heinrich Brauns macht ferner deutlich, welch entscheidenden Beitrag die katholisch-soziale Bewegung zur Lösung sozialer Probleme geleistet hat.
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