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3. Klärung der Fronten (1934–1939)
Für eine relativ rasche Abkühlung der Konkordatseuphorie sorgten allerdings bald die zahlreichen schikanösen Maßnahmen, die Staat und Partei gegen die Stützpfeiler des katholischen Milieus einleiteten und die begleitet wurden von einem alltäglichen, oft sozial motivierten oder konfessionell überlagerten »Kleinkrieg vor Ort«. Gerade die großen Jugend- und Arbeitervereine mit ihren Hunderttausenden von Mitgliedern wurden 1934/35 immer stärker bedrängt, jede nicht rein religiöse Aktivität wurde ihnen untersagt. Die katholischen Tageszeitungen unterlagen rasch der redaktionellen und wirtschaftlichen Kontrolle, die Kirchenpresse wurde auf eine ausschließlich kirchlich-religiöse Berichterstattung beschränkt. Speziell der Ausschaltung des Klerus dienten die 1935 und 1937 mit großem propagandistischen Aufwand durchgeführten Devisen- und Sittlichkeitsprozesse, in denen Bischöfe, Priester und Ordensleute als korrupt, geldgierig und moralisch beispiellos verkommen hingestellt wurden[17].
Überlagert wurden die Konflikte von heftigen weltanschaulichen Auseinandersetzungen um den 1930 erschienenen »Mythus des 20. Jahrhunderts«[18].
Regional gestaffelt drängten die Nationalsozialisten auch den kirchlichen Einfluß aus dem schulischen Erziehungssektor zurück; der Religionsunterricht wurde reduziert oder ganz aufgehoben, die
Bekenntnisschule in die sogenannte Deutsche Gemeinschaftsschule umgewandelt, private höhere Schulen wurden abgebaut. Seit 1938/39 war die katholische Kirche ganz auf ihren innerkirchlichen Wirkungsraum
beschränkt. Große Teile der Katholiken reagierten seit 1934 mit einer intensiveren Beteiligung am kirchlichen Leben auf die Einschränkungen und die Bedrohung ihres Glaubens und brachten dies bei
öffentlichen Glaubenskundgebungen, Wallfahrten und Prozessionen demonstrativ zum Ausdruck.
Dem Klerus kam innerhalb des katholischen Milieus die Rolle eines »opinion leader« zu. Diese soziale Stellung und die eigene Identität als Seelsorger veranlaßten zahlreiche Geistliche, sich
v. a. von der Kanzel mehr oder minder offen zu den Einschränkungen des kirchlichen Wirkungsbereiches zu äußern. Die Radikalisierung des nationalsozialistischen Maßnahmestaates vergrößerte zusehends
das Risiko, deshalb auch belangt zu werden. Über 12.000 Weltpriester, das sind 36 % des deutschen Gesamtklerus, gerieten zwischen 1933 und 1945 mit dem NS-Regime in Konflikt[19]; 417 von ihnen wurden in ein Konzentrationslager verbracht, 108 kamen dort zu Tode. 74 weitere Priester wurden hingerichtet oder ermordet[20].
In der Untersuchung »Priester unter Hitlers Terror« werden über 38.000 Maßnahmen (Verhör, Verwarnung, Geld- und Freiheitsstrafen, Ausweisung, KZ-Haft z. B.) gegen Priester und
Ordensgeistliche und mehr als 26.000 »Vergehen« dokumentiert. Die Masse der Konflikte ergab sich dabei aus dem seelsorglich motivierten Beharren der Geistlichen auf uneingeschränkter Verkündigung und
Dienst an der Gemeinde, gelegentlich auch aus der Hilfe für Fremdarbeiter und Juden. Mehr als 40 % der »Fälle« hatten ihren Ursprung in der regulären Ausübung der priesterlichen Tätigkeit: beim
Gottesdienst, in der Seelsorge, in der Schule oder in der Vereins- und Jugendarbeit.
Tabelle: Bestrafung der »Vergehen« von Priestern und Ordensleuten[21]:
Die deutschen Bischöfe, denen nach der Selbstauflösung der Zentrumspartei eine besondere Führungsposition zukam, waren im Sommer 1933 erstmals zu einer gesamtdeutschen Konferenz in Fulda zusammengekommen[22]. Im deutlichen Unterschied zu heute war die Fuldaer Bischofskonferenz allerdings keine formell organisierte Institution; gemeinsam handeln konnte das
Gremium nur, insofern alle Bischöfe das gleiche dachten und tun wollten. Von Ausnahmen wie dem zunächst optimistischen Freiburger Erzbischof Gröber abgesehen, waren sich die Bischöfe in der kritischen Einschätzung der nationalsozialistischen Kirchenpolitik rasch einig. Allen voran war der Münchener Michael Kardinal Faulhaber bereits in seinen Adventspredigten vom Dezember 1933 für die religiösen, sittlichen und sozialen Werte des Alten Testaments eingetreten[23].
Unterschiedliche Vorstellungen bestanden allerdings über die Art und Weise der angemessenen Gegenwehr[24]. Der Breslauer Konferenzvorsitzende Adolf
Kardinal Bertram war persönlich durch die Erinnerung an die seelsorgliche Notsituation der Kulturkampfjahre geprägt und vertrat in seinen theologischen und kirchenpolitischen Grundüberzeugungen eine »Eingabenpolitik«, die öffentliches Aufsehen tunlichst zu vermeiden suchte. In zahllosen, diplomatisch geschliffenen Eingaben an die Reichsregierung protestierte Bertram unermüdlich gegen die staatlichen Eingriffe in kirchliche Belange[25].
Der Berliner Oberhirte Konrad von Preysing[26] verfocht einen anderen Kurs. Der juristisch und diplomatisch geschulte Bischof wollte die
nationalsozialistische Kirchenpolitik durch eine konsequente Verbindung von internen bischöflichen Forderungen und Protesten mit einem Appell an die Öffentlichkeit bekämpfen. Unterstützt von seinem
Cousin, dem münsterischen Bischof Clemens August Graf von Galen[27], drängte von Preysing auf einen offensiveren Kurs des deutschen Episkopats.
Rückhalt fand von Preysing bei Papst Pius XI. Der nationalsozialistische Kampf gegen die Kirchen hatte den deutschen Episkopat 1936 veranlaßt, den Papst um ein freimütiges Wort des Protestes zu bitten[28]. Die deutschsprachige (!) Enzyklika »Mit brennender Sorge«, heimlich verbreitet, wurde am 21. März 1937 im ganzen Deutschen Reich von der
Kanzel verlesen[29]. Der Papst rechnete darin nicht nur mit der Kirchenpolitik des NS-Staates ab, sondern auch mit dessen ideologischen Grundlagen: »Wer
die Rasse, oder das Volk, oder den Staat, oder die Staatsform (...) vergöttert, der verkehrt und fälscht die gottgeschaffene (...) Ordnung der Dinge.«[30] Die Enzyklika bildete den Höhepunkt der weltanschaulichen Konfrontation zwischen dem NS-Regime und der katholischen Kirche.
4. Kirche im Krieg
Am 1. September 1939 begann mit dem Angriff deutscher Truppen auf Polen der Zweite Weltkrieg. Obwohl bereits 1938/39 weitgehend auf ein »Sakristeichristentum« zurückgedrängt, sah sich die
katholische Kirche bei Ausbruch des Krieges in die »nationale Pflicht« genommen. Den verschieden akzentuierten Aufrufen der Bischöfe fehlte es nicht an Solidaritätsbekundungen, von der Kriegsbegeisterung
des Jahres 1914 war man freilich weit entfernt. Nach offizieller Lesart war dem Gebot der nationalen Geschlossenheit im Krieg alles unterzuordnen. Den nationalsozialistischen Machthabern, vor allem
Gestapo und SS, diente dies jedoch als Alibi, um den nach innen gerichteten Terror gegen oppositionelle Kräfte weiter zu steigern. Unter dem Vorwand »kriegsbedingter Erfordernisse« reichten die
zahllosen Beschränkungen bis tief in die innerkirchliche Sphäre hinein (z. B. Gottesdienstverbot nach nächtlichem Fliegeralarm). Vor allem nach dem Sieg über Frankreich (Sommer 1940) zeichnete sich
immer deutlicher ab, daß einflußreiche Kreise in Partei, SS und Gestapo den Krieg für eine kirchenpolitische »Flurbereinigung« nutzen wollten. Die Repressionen erreichten 1941 mit dem sogenannten
»Klostersturm«[31] ihren Höhepunkt, als allein im Altreich 123 Klöster und kirchliche Anstalten aufgehoben wurden. In diesem Jahr wurden monatlich im
Durchschnitt 9 katholische Geistliche in ein Konzentrationslager verschleppt.
Eine ungleich tiefere Zäsur als der Kriegsausbruch selbst, nämlich die »totale Enthemmung von Hitlers Machtmißbrauch«[32] entging dem durch
Kriegsereignisse und Kirchenverfolgung abgelenkten Blick der Öffentlichkeit weitgehend: Unter dem Tarnnamen der »Euthanasie« wurden 70.000 geistig und psychisch Kranke ermordet; zahllose Sinti und Roma,
politische Gegner, Kriegsgefangene und Fremdarbeiter fielen der politischen Verfolgung oder unmenschlichen Behandlung zum Opfer[33]; die Eskalation der
Verbrechen gipfelte in der Deportation und Vernichtung der europäischen Juden[34].
Der bei Kriegsbeginn bereits 80jährige Kardinal Bertram setzte seine Eingabenpolitik auch jetzt unverändert fort, obwohl die eklatanten Verstöße gegen die Konkordatsbestimmungen und vor allem die
flagranten Menschenrechtsverletzungen das bisher vom deutschen Episkopat verfolgte Abwehrkonzept sehr in Frage stellten; ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit drohte auch die Identität des Bischofsamtes
als »kirchliches Lehr- und Wächteramt«, letztlich das Ansehen der Kirche als Hüterin der göttlichen Ordnung zu leiden.
Die Bischöfe von Münster, Clemens August Graf von Galen, und Hildesheim, Godehard Machens, beantworteten ihre quälende Gewissensnot im Sommer 1941 auf ihre Weise mit öffentlichen
Kanzelprotesten gegen die Vernichtung vermeintlich »lebensunwerten Lebens«, ein Vorgang, der die nationalsozialistische Diktatur bis in ihr Mark erschütterte[35].
Von Galen war bereits nach dem Judenpogrom im November 1938 bereit gewesen, zugunsten der bedrängten Mitbürger auf die Kanzel zu gehen. Er nahm dann jedoch auf Bitten der örtlichen Judenschaft davon
Abstand, um deren Lage – nach ihrer eigenen Einschätzung – nicht zu verschlechtern[36]. Seine schonungslosen öffentlichen Anklagen
gegen die Beschlagnahmung von Klöstern, gegen die Vertreibung von Ordensleuten und dann gegen den organisierten Mord an Altersschwachen und Geisteskranken waren unter den Bedingungen des Jahres 1941 »die
im totalitären Staat wirksamste Form von Selbstbehauptung und Resistenz.«[37]. Die Predigten wollten kein Aufruf zu offenem Widerstand sein, der
theologisch-pastoral motivierte Protest entfaltete aber eine enorme politische Wirkung.
Ein im November 1941 ausgearbeitetes Hirtenwort, das in der Frage der Menschenrechte an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ, wurde im Dezember zusammen mit der evangelischen Bekennenden Kirche als
gemeinsame Denkschrift dem Reichskanzler zugestellt. Als sie unbeantwortet blieb, gingen zahlreiche west- und süddeutsche Diözesen im März 1942 dazu über, eine gekürzte Fassung von den Kanzeln der
Pfarrkirchen verlesen zu lassen[38]: »Jeder Mensch«, hieß es darin, »hat das natürliche Recht auf Leben und auf die zum Leben notwendigen Güter«, und
die Bischöfe fügten hinzu: »Wir Bischöfe werden nicht unterlassen, gegen die Tötung Unschuldiger Verwahrung einzulegen. Niemand ist seines Lebens sicher, wenn nicht unangetastet dasteht: Du sollst nicht
töten!«[39]
Zu diesem Zeitpunkt besaßen die deutschen Bischöfen und auch die päpstliche Kurie gesicherte Nachrichten, daß die Deportationen der Juden in den Osten keine Umsiedlung, sondern die Vorbereitung für ihre
physische Ausrottung bedeuteten[40]. Die Informationen stammten aus dem 1938 eingerichteten »Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin«, wo sich
namentlich Dr. Margarethe Sommer, Dompropst Bernhard Lichtenberg und Heinrich Krone für die Auswanderung verfolgter Menschen, vornehmlich katholischer Juden, bemühten[41]. Im selben Sinne arbeiteten in Berlin die evangelische »Hilfsstelle für christliche Juden« unter Leitung von Pfarrer Heinrich Grüber, in Freiburg Dr. Gertrud Luckner[42] sowie der St. Raphaels-Verein für katholische Auswanderer im Rahmen des katholischen Deutschen Caritasverbandes[43], in Breslau Gabriele Gräfin Magnis[44] und in Wien P. Ludger Born (SJ) und Kardinal Innitzer.
Unter den Bedingungen der totalitären Diktatur und Terrorherrschaft der Kriegsjahre blieb es der Entscheidung des Einzelnen vorbehalten, Konsequenzen aus diesen Mahnungen zu ziehen. Bernhard Lichtenberg,
der wegen seines »staatsfeindlichen« Engagements für die Juden verhaftet worden war, gab am 25. Oktober 1941 gegenüber den Gestapo-Beamten freimütig zu Protokoll: »Meine Einstellung zu dem heute
bestehenden nationalsozialistischen Staat richtet sich nach der Einstellung des Apostels Paulus, wie sie im Römerbrief Kapitel 13 zum Ausdruck kommt. (...) Damit will ich gesagt haben, daß
ich den Staat als solchen anerkenne. Ich kann aber als katholischer Priester nicht von vornherein zu jeder Verfügung und Maßnahme, die von der Regierung getroffen wird, ja und amen sagen. (...) Wenn
sich die Tendenz derartiger Regierungsverfügungen und Maßnahmen gegen die geoffenbarte Lehre des Christentums und damit gegen mein priesterliches Gewissen richten, werde ich meinem Gewissen folgen und
alle Konsequenzen mit in Kauf nehmen, die sich daraus für mich persönlich ergeben. Das ergibt sich auch daraus, daß ich die Evakuierung [der ›Nichtarier‹] mit all ihren Begleiterscheinungen
innerlich ablehne, weil sie gegen das Hauptgebot des Christentums gerichtet sind: ›Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‹, und ich erkenne auch im Juden meinen Nächsten, der eine unsterbliche,
nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffene Seele besitzt«[45].
Stärker als der institutionelle kirchliche Rahmen sicherten vielfältige persönliche Kontakte untereinander und zu anderen oppositionellen Gruppen den Zusammenhalt. So bildeten die Jesuitenpatres Augustin Rösch und Lothar König gemeinsam mit dem Justitiar des Ordensausschusses der Fuldaer Bischofskonferenz, Georg Angermaier,
seit 1941 einen Kreis von Geistlichen, der die Bischöfe zu einer deutlicheren Verurteilung der nationalsozialistischen Politik zu bewegen suchte. Ihr größter Erfolg war die Verlesung des Hirtenbriefes
über die Zehn Gebote im September 1943, an dessen Zustandekommen sie maßgeblichen Anteil hatten[46]. Rösch war es auch, der an den Umsturz- und
Neuordnungsplanungen des Kreisauer Kreises von Anfang an beteiligt war und der sowohl König als auch den Jesuitenpater Alfred Delp in den Widerstandskreis einführte.
Der bedeutende Einfluß, den die katholische Soziallehre auf die Vorstellungen der Kreisauer von der Neugestaltung Deutschlands und Europas nach dem Kriege ausübte, ging in beträchtlichem Umfang auf Delp
zurück[47]. Zu Delp stand wiederum der Kreis um das Kölner »Kettelerhaus«, die Verbandszentrale der Katholischen Arbeiterbewegung, in Verbindung. Deren
Generalpräses Otto Müller und andere katholische Arbeiterführer wie Jakob Kaiser, Bernhard Letterhaus und Nikolaus Groß hatten sich seit 1933 gegen die Zerstörung der christlichen Gewerkschaften und der katholischen Arbeiter- und Gesellenvereine zur Wehr gesetzt und gleichfalls an gesellschaftlichen und politischen Neuordnungsplänen gearbeitet[48]. Über Delp und den Berliner Rechtsanwalt Josef Wirmer hielt der Kölner Kreis schließlich auch Kontakt zur Widerstandsgruppe um Carl Goerdeler,
der in enger Zusammenarbeit mit den Verschwörern des 20. Juli 1944 die Listen der Angehörigen einer künftigen Regierung aufgestellt hatte, zu der Wirmer als Justizminister und Letterhaus als
Minister für Wiederaufbau gehören sollten. Das Scheitern des Attentats auf Hitler löste dann jedoch eine Verfolgungswelle aus, der mit den meisten führenden Persönlichkeiten der Widerstandsbewegung auch
ihre katholischen Vertreter zum Opfer fielen[49].
Der aktive politische Widerstand gegen den Nationalsozialismus, der eine individuelle Glaubens- und Gewissensentscheidung erforderte, blieb letztlich die Sache einer Minderheit von Katholiken.
Festzuhalten ist jedoch die weitgehende Resistenz der Katholiken gegen die nationalsozialistische Weltanschauung und ihren Totalitätsanspruch. Das verteidigte Werte- und Normensystem war eine der
zentralen Voraussetzungen für den Aufbau der demokratischen Nachkriegsordnung in der Bundesrepublik Deutschland.
[17] K-J. Hummel, Deutsche Geschichte, S. 182–198; Ernst Hoffmann / Hubert Janssen, Die
Wahrheit über die Ordensdevisenprozesse 1935/36, Bielefeld 1967; Petra M. Rapp, Die Devisenprozesse gegen katholische Ordensangehörige und Geistliche im Dritten Reich,
Diss. Bonn 1981; Hans Günter Hockerts, Die Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Ordensangehörige und Priester 1936/37, Mainz 1971.
[18] Alfred Rosenberg, Der Mythus des 20. Jahrhunderts, München 1930. Als Beilage zu den Amtsblättern wurden 1934 in mehreren Diözesen Abwehrschriften gegen Rosenbergs
»Mythus« unter dem Titel »Studien zum Mythus des 20. Jahrhunderts« veröffentlicht. Siehe Raimund Baumgärtner, Weltanschauungskampf im Dritten Reich. Die
Auseinandersetzung der Kirchen mit Alfred Rosenberg, Mainz 1977, S. 154 ff.
[19] Siehe die Aufstellung in Ulrich von Hehl / Christoph Kösters (Bearb.), Priester unter Hitlers Terror, Paderborn 41998, S. 121.
[20] Siehe die Tabelle oben.
[21] Quelle: Priester unter Hitlers Terror, S. 132. Die Tabelle zeigt die Gesamtzahlen der
verschiedenen verhängten Strafen (2. Spalte) und ihre Verteilung auf die einzelnen »Vergehen« in Prozent.
[22] Konrad Repgen, Die deutschen Bischöfe und der Zweite Weltkrieg, in: Historisches Jahrbuch 115 (1995), S. 411–452, hier S. 417.
[23] Michael von Faulhaber, Judentum, Christentum, Germanentum. Adventspredigten, gehalten in St. Michael zu München 1933, München 1934. Vgl. den Ausstellungskatalog
Kardinal Michael von Faulhaber 1869–1952. Eine Ausstellung des Archivs des Erzbistums München und Freising, des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und des Stadtarchivs München
zum 50. Todestag, München 2002.
[24] Ausführlich dazu Antonia Leugers, Gegen eine Mauer bischöflichen Schweigens. Der Ausschuß für Ordensangelegenheiten und seine Widerstandskonzeption 1941–1945,
Frankfurt a. M. 1996.
[25] Viele Belege in der Edition Akten deutscher Bischöfe über die Lage der Kirche 1933
-1945, 6 Bände, bearb. von Bernhard Stasiewski bzw. Ludwig Volk, Mainz 1968–1985. Vgl. auch Klemens-August Recker, »Wem wollt ihr glauben?« Bischof Berning im Dritten Reich, Paderborn 1998.
[26] Siehe Wolfgang Knauft, Konrad von Preysing – Anwalt des Rechts. Der erste Berliner
Kardinal und seine Zeit, Berlin 1998; Stephan Adam, Die Auseinandersetzung des Bischofs Konrad von Preysing mit dem Nationalsozialismus in den Jahren 1933 bis 1945, St. Ottilien
1996; Walter Adolph, Kardinal Preysing und zwei Diktaturen. Sein Widerstand gegen die totalitäre Macht, Berlin 1971.
[27] Siehe Peter Löffler (Bearb.), Bischof Clemens August Graf von Galen. Akten, Briefe
und Predigten 1933–1946, 2 Bände, Paderborn ²1996; Beth A. Griech-Polelle, Bishop von Galen. German Catholicism and National Socialism, New Haven / London 2002; Joachim
Kuropka, Clemens August Graf von Galen. Sein Leben und Wirken in Bildern und Dokumenten, Cloppenburg 21994; ders. (Hrsg.), Clemens August Graf von Galen.
Menschenrechte – Widerstand – Euthanasie – Neubeginn, Münster 1998.
[28] Akten deutscher Bischöfe, Bd. III, S. 434–437 und 468; vgl. Heinz-Albert Raem, Pius XI.
und der Nationalsozialismus. Die Enzyklika »Mit brennender Sorge« vom 14. März 1937, Paderborn 1979, S. 19.
[29] Text der Enzyklika in Acta Apostolicae Sedis 29 (1937), S. 145–167. Vgl. H. A. Raem, Pius XI.
[30] Acta Apostolicae Sedis 29 (1937), S. 149.
[31] Siehe Ludwig Volk, Episkopat und Kirchenkampf im Zweiten Weltkrieg. I. Lebensvernichtung und Klostersturm 1939-1941, in: Katholische Kirche und
Nationalsozialismus. Ausgewählte Aufsätze von Ludwig Volk, hrsg. von Dieter Albrecht, Mainz 1987 (auch in: Stimmen der Zeit 198 (1980), S. 597–611); H. Hürten, Deutsche
Katholiken, S. 481 ff.
[32] Ludwig Volk, Episkopat und Kirchenkampf, S. 135.
[33] Siehe Ingrid Richter, Katholizismus und Eugenik in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Zwischen Sittlichkeitsreform und Rassenhygiene, Paderborn 2001. Vgl.
Ernst Klee, »Euthanasie« im NS-Staat. Die »Vernichtung lebensunwerten Lebens«, Frankfurt a. M. 1993; Henry Friedlander, Der Weg zum NS-Genozid. Von der Euthanasie zur
Endlösung, Berlin 1997;Thomas Stöckle, Grafeneck 1940. Die Euthanasie-Verbrechen in Südwestdeutschland, Tübingen 2002.
[34] Siehe Heinz Hürten, Pius XII. und die Juden (= Kirche und Gesellschaft, Nr. 271), Köln
2000; Anton Rauscher (Hrsg.), Wider den Rassismus. Entwurf einer nicht erschienenen Enzyklika (1938). Texte aus dem Nachlaß von Gustav Gundlach SJ, Paderborn 2001; sowie
die folgenden bischöflichen bzw. päpstlichen Verlautbarungen: Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Karl Lehmann, zum Gedenktag für
die Opfer des Nationalsozialismus (27.01.2001); Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Karl Lehmann, aus Anlaß des 60. Jahrestages der
Reichspogromnacht am 9.11.1938 (07.11.1998);Apostolisches Schreiben von Papst Johannes Paul II. zum 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges; »Die Last der
Geschichte annehmen«. Wort der Bischöfe zum Verhältnis von Christen und Juden aus Anlaß des 50. Jahrestages der Novemberpogrome 1938 (20.10.1988); Geistliches Wort der
deutschen Bischöfe zum 8. Mai 1945 (40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges) (08.05.1985); „Erinnerung und Verantwortung. 30. Januar 1933 – 30. Januar 1983«;
Erklärung der deutschen Bischöfe vom 27.08.1979 zum 40. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs; Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen Bibel,
Dokument der Päpstlichen Bibelkommission vom 24.05.2001; Trauer um die Tragödien – Weg zu neuer Beziehung zwischen Christen und Juden. Ansprache von Papst Johannes
Paul II. während der Stunde der Erinnerung in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem am 23. März 2000; Die Vergebungsbitte von Papst Johannes Paul II. am 12.03.2000; Predigt
des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Karl Lehmann, zur Eröffnung der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 13.03.2000 in Mainz
über die Vergebungsbitte von Papst Johannes Paul II.; Erklärung der deutschen Bischöfe über das Verhältnis der Kirche zum Judentum (28.04.1980); alle abrufbar unter http://dbk
.de/stichwoerter/fs_stichwoerter.html, Stichwort »Holokaust«.
[35] Siehe P. Löffler, Galen, Bd. II, S. 874–883; Akten deutscher Bischöfe, Bd. V, S. 530–537.
[36] Siehe Heinz Mussinghoff, Rassenwahn in Münster. Der Judenpogrom 1938 und Bischof Clemens August Graf von Galen, Münster 1989.
[37] R. Morsey bei der Präsentation der Akten, Briefe und Predigten Clemens August Graf
von Galens in Münster am 13. März 1996. Vgl. dazu P. Löffler oben Anm. 27.
[38] Siehe A. Leugers, Gegen eine Mauer, S. 260 ff.
[39] Akten deutscher Bischöfe, Bd. V, S. 705–708, Zitat S. 707.
[40] Siehe Pierre Blet, Papst Pius XII. und der Zweite Weltkrieg. Aus den Akten des
Vatikans, Paderborn 2000; José M. Sanchez, Pius XII. und der Holocaust. Anatomie einer Debatte, Paderborn 2003, S. 26–29. Vgl. Actes et documents du Saint Siège relatifs à la
Seconde Guerre mondiale, Bd. VIII, Vatikan 1974, S. 453, 470 u. a.
[41] Siehe Heinrich Herzberg, Dienst am höheren Gesetz. Dr. Margarete Sommer und das
»Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin«, Berlin 2000; Erich Kock, Er widerstand: Bernhard Lichtenberg, Dompropst bei St. Hedwig, Berlin, Berlin 1996.
[42] Siehe Hans-Josef Wollasch, »Betrifft: Nachrichtenzentrale des Erzbischofs Gröber in Freiburg«. Die Ermittlungsakten der Geheimen Staatspolizei gegen Gertrud Luckner 1942
-1944, Konstanz 1998; ders., Gertrud Luckner, in: Jürgen Aretz / Rudolf Morsey / Anton Rauscher (Hrsg.), Zeitgeschichte in Lebensbildern, Bd. 9, S. 261–275.
[43] Siehe Lutz-Eugen Reutter, Katholische Kirche als Fluchthelfer im Dritten Reich. Die Betreuung von Auswanderern durch den St.-Raphaels-Verein, Recklinghausen / Hamburg
1971.
[44] Siehe Jana Leichsenring, Gabriele Gräfin Magnis: Sonderbeauftragte Kardinal Bertrams für die Betreuung der katholischen »Nichtarier« Oberschlesiens: Auftrag –
Grenzüberschreitung – Widerstand?, Stuttgart 2000.
[45] Hans G. Mann, Prozeß Bernhard Lichtenberg. Ein Leben in Dokumenten, Berlin 1977, S. 48.
[46] A. Leugers, Gegen eine Mauer, S. 274 ff. Vgl. dies., Georg Angermaier 1913–1945.
Katholischer Jurist zwischen nationalsozialistischem Regime und Kirche. Lebensbild und Tagebücher, Mainz 1994.
[47] Siehe Michael Pope, Alfred Delp S.J. im Kreisauer Kreis. Die rechts- und sozialphilosophischen Grundlagen in seinen Konzeptionen für eine Neuordnung
Deutschlands, Mainz 1994; Ger van Roon, Neuordnung im Widerstand. Der Kreisauer Kreis innerhalb der deutschen Widerstandsbewegung, München 1967; Ulrich Karpen (Hrsg.), Der
Kreisauer Kreis. Zu den verfassungspolitischen Vorstellungen von Männern des Widerstandes um Helmuth James Graf von Moltke, Heidelberg 1996; sowie die Titel in der
Reihe »Rechts- und staatswissenschaftliche Veröffentlichungen der Görres-Gesellschaft« im Schöningh-Verlag, Paderborn: Frank Schindler, Paulus van Husen im Kreisauer Kreis
(1997); Levin von Trott zu Solz, Hans Peters und der Kreisauer Kreis (1997); Franz Graf von Schwerin, Helmut James Graf von Moltke: Im Widerstand die Zukunft denken (1999);
Michaela Ellmann, Hans Lukaschek im Kreisauer Kreis (2000); Andreas Schott, Adam von Trott zu Solz – Jurist im Widerstand (2001).
[48] Vgl. Jürgen Aretz (Hrsg.), Nikolaus Groß. Christ – Arbeiterführer – Widerstandskämpfer
. Briefe aus dem Gefängnis, Mainz 1993; Karl-Joseph Hummel / Christoph Strohm (Hrsg.), Zeugen einer besseren Welt. Christliche Märtyrer des 20. Jahrhunderts, Leipzig 2000;
Helmut Moll (Hrsg.), Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, 2 Bände, Paderborn 1999/2000.
[49] G. van Roon, Neuordnung im Widerstand, S. 290–294.
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